Wettbewerb 2011: Agon Armonias
Seit vielen Jahren steht die internationale musisch-kulturelle Begegnungsstätte Hellenikon Idyllion für interkulturellen Austausch. In Anknüpfung an unseren Altgriechisch-Wettbewerb Agon Aretes im Jahre 2005 schreiben wir nun einen weiteren Wettbewerb aus, dessen Ziel es sein soll, klassisches Griechisch, philosophisches Denken und musisch-künstlerisches Schaffen miteinander zu verbinden.
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Die Ausschreibung: Sehr geehrte Damen und Herren,
νον ἐκ διαλόγων σύγκειται, ἀλλὰ καὶ ἄλλα γένοιτο ἄν πολλά. Πολλάκις γὰρ μουσικοί τε καὶ ἄλλοι τινὲς παιδείαν τιμῶντες ἐν τῷ Ἑλληνικῷ Εἰδυλλίῳ διατρίβουσιν, ὥστε συναυλίαι καὶ ἀκροάσεις τινὲς γίγνονται ἑσπέρας. Καὶ οἷόν τε ἂν εἴη ἄλλον τόπον θεάσασθαι καὶ δρᾶμά τι ἐν ἀρχαίῳ τινὶ θεάτρῳ.
Seit vielen Jahren steht die internationale musisch-kulturelle Begegnungsstätte Hellenikon Idyllion für interkulturellen Austausch. In Anknüpfung an unseren Altgriechisch-Wettbewerb Agon Aretes (Ἀγών Ἀρετής) im Jahre 2005 und an unseren erst kürzlich ausgetragenen internationalen Opern-Kompositionswettbewerb 2010 Helike Athanatos (Ἑλίκη Ἀθάνατος) schreiben wir nun einen weiteren Wettbewerb aus, dessen Ziel es sein soll, klassisches Griechisch, philosophisches Denken und musisch-künstlerisches Schaffen miteinander zu verbinden. Dabei ist es unser Anliegen, die Beschäftigung mit der altgriechischen Sprache und Kultur erneut intensiv zu fördern. Angesprochen sind Schüler ab ca. 15 Jahren und älter.
Die Aufgaben: Wähle einen Spruch/eine Strophe eines altgriechischen Philosophen oder altgriechischen Dichters, der/die einen Umfang von ca. 15 Worten nicht wesentlich überschreitet.
Verfasse unter Einbindung dieses Spruchs/dieser Strophe ein Gedicht in deutscher, englischer, französischer oder neugriechischer Sprache, das den Sinn und die Aussagekraft dieses Spruches/dieser Strophe wiedergibt und weiterführt. Hierbei soll der Spruch/die Strophe und, wenn möglich, auch seine Übersetzung im Refrain in seiner ursprünglich erasmischen Aussprache wiederkehren.
Suche Dir einen Musiker oder Komponisten (hierbei gelten keine weiteren Einschränkungen), der dein Gedicht vertont. Selbstverständlich kann auch selbst vertont werden. Die Vertonung kann hierbei vom Charakter her rhythmisch-tänzerisch, streng klassisch oder frei und zeitgenössisch sein.
Verfasse ein Statement (ca. 400 Wörter) darüber, welche Anreize es heutzutage gibt, Altgriechisch zu lernen und wie du persönlich für das Erlernen der Sprache werben würdest.
Jury: Die Jury besteht aus vier Lehrern, die aus verschiedenen Ländern Europas stammen.
Werner Schulze, Komponist, Wissenschaftler und Professor an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (Österreich)
Helmut Quack, ehemaliges Vorstandsmitglied des deutschen Altphilologen-Verbandes (DAV), Gründer eines neugriechischen Arbeitskreises im DAV sowie langjähriger Kursleiter des Seminars Altgriechisch sprechen und philosophieren (Deutschland)
Tania Sikelianou, Violonistin und Komponistin (Griechenland)
Loulia Diamantopoulou, Gymnasiallehrerin für klassische Philologie (Griechenland)
Juryvorsitzender sowie Ideen- und Konzeptgeber ist Andreas Drekis.
Teilnahmebedingungen: Die Entscheidung der Jury ist endgültig und nicht anfechtbar. Die Bewertung umfasst die philosophische Interpretation sowie die Umsetzung des Inhalts in ein Gedicht und die musikalische Gestaltung. Die Ergebnisse des Wettbewerbes werden Ende September 2011 bekanntgegeben. Die Namen der Gewinner werden im Internet und in der Presse veröffentlicht.
Anmeldung und Einsendeschluss: Zur Teilnahme am Wettbewerb melde dich bitte bis zum 31. Mai 2011 kurz und formlos mit deinem Namen, deiner Anschrift und deiner Schule per E-mail an hellenikon@idyllion.gr an. Du erhältst dann eine kurze Teilnahmebestätigung von uns. Die Wettbewerbsbeiträge (pro Teilnehmer nur ein Beitrag) sind bis zum 31. Juli 2011 schriftlich einzusenden. Hierbei sind das Gedicht und die Vertonung in Form eines Klavierauszugs jeweils in vier nur mit Deinem Pseudonym beschriftete Briefumschläge zu legen. Auch die Aufnahme der Vertonung auf einer CD kann in den Briefumschlägen jeweils mit gesendet werden. Die vier verschlossenen und beschrifteten Briefumschläge lege bitte in einen größeren Umschlag, dem du noch ein Beiblatt hinzufügst, das deinen Namen, dein Alter, deine Adresse, die Adresse deiner Schule, den Namen des Komponisten sowie dein Pseudonym enthält. Wir würden uns auch sehr freuen, wenn du uns ein Foto von dir und von deiner Klasse mit übersendest. Diesen Umschlag verschließe bitte und sende ihn per Post an: Hellenikon Idyllion, Andreas Drekis, Kyanis Aktis 20, GR-25100 Selianitika.
Preise: Die Fachjury bewertet die eingesendeten Werke nach den oben genannten Kriterien. Danach werden ein erster, zweiter und dritter Preis sowie Auszeichnungen und Würdigungen vergeben.
1. Preis: Der/Die erste PreisträgerIn und der/die KomponistIn erhalten je einen einwöchigen Gratisaufenthalt in der Begegnungsstätte Hellenikon Idyllion für sich und auch seine/ihre gesamte Klasse ist dazu eingeladen, vier Tage hier kostenfrei zu wohnen.
2. Preis: Der/Die erste PreisträgerIn und der/die KomponistIn erhalten je einen einwöchigen Gratisaufenthalt in der Begegnungsstätte Hellenikon Idyllion für sich, und auch seine/ihre gesamte Klasse ist dazu eingeladen, drei Tage hier kostenfrei zu wohnen.
3. Preis: Der/Die erste PreisträgerIn und der/die KomponistIn erhalten je einen einwöchigen Gratisaufenthalt in der Begegnungsstätte Hellenikon Idyllion für sich, und auch seine/ihre gesamte Klasse ist dazu eingeladen, zwei Tage hier kostenfrei zu wohnen.
Ziel soll es sein, der gesamten Klassengemeinschaft einen Aufenthalt in unseren Räumlichkeiten zu einem günstigen Unkostenpreis zu ermöglichen, um vor Ort die griechische Kultur zu erfahren und mit Besuchen bekannter griechischer Ausgrabungsstätten die griechische Antike live zu erleben.
Die drei Preisträger haben außerdem die Möglichkeit, im Laufe der nächsten Jahre einmal kostenfrei an unserem zweiwöchigen Altgriechisch-Seminar „Altgriechisch sprechen und philosophieren“ teilzunehmen.
Auch die Vergabe von Auszeichnungen wird in Betracht gezogen. An alle Wettbewerbsteilnehmer wird eine Urkunde ausgehändigt.
Wir werden uns außerdem bemühen insbesondere prämierte Werke uns bekannten Ensembles und Sängern zur Aufführung vorzuschlagen. Im Falle eines kommerziellen Erfolges werden der Ausrichter des Wettbewerbs wie auch der/die DichterIn und der/die KomponistIn entsprechend dem Urheberrecht angemessen beteiligt.


Clara Moennighoff & Gosia Borrée
Clara Moennighoff ist eine talentierte Schülerin des Max-Planck-Gymnasiums in Göttingen. Gemeinsam mit Gosia Borrée entwickelte sie eine preiswürdige Interpretation der Odyssee, die Text und Musik harmonisch vereint. Sie befasst sich seit Jahren mit der altgriechischen Metrik und hat bereits mehrere Preise bei philologischen Wettbewerben gewonnen. In diesem Projekt lag ihr Fokus auf der erasmischen Aussprache der Verse.
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Ode an die Freunde
Der Text beschreibt die vielen Anreize, Griechisch zu lernen. Trotz des aufwendigen Vokabellernens wird man mit einem tieferen Verständnis der antiken Welt belohnt.
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Man kann die Gedanken bedeutender Philosophen besser nachvollziehen und literarische Werke wie die Abenteuer des Odysseus lebendig erleben. Darüber hinaus erkennt man, wie stark unsere heutige Kultur und Denkweise von der Antike geprägt sind.
Anhand von Isokrates’ „Panegyrikos“ wird gezeigt, dass man durch das Sprachstudium auch politische und gesellschaftliche Vorstellungen der Griechen – etwa ihr Verständnis von Krieg und Frieden – besser begreift. Diese antiken Überlegungen sind auch für heutige Konflikte noch relevant. Ebenso lassen sich Themen wie Freundschaft neu durchdenken. Der Reiz des Griechischlernens liegt somit darin, Zusammenhänge zu erkennen und bekannte Dinge aus einer neuen Perspektive zu betrachten.
Ein weiterer Vorteil ist, dass das Beherrschen des Altgriechischen das Erlernen des Neugriechischen erleichtert – was auch für Reisen von Nutzen sein kann.
Für das Werben um die Sprache schlägt der Text einen Wettbewerb mit Preisen vor. Besonders wirkungsvoll wäre die Veröffentlichung der besten Beiträge in einem Buch oder auf einer CD. Dadurch könnten Schülerinnen und Schüler motiviert und auch neue Interessierte auf die altgriechische Sprache aufmerksam gemacht werden.


Jana Ritter (Text) & Peter Wondra (Musik)
Die Gruppe aus Heilbronn überzeugte durch ihre intensive Auseinandersetzung mit Aristoteles. Jana Ritter und Lea Baltussen verfassten den Text, während Peter Wondra die musikalische Untermalung gestaltete. Ihr Ziel war es, die antike Philosophie in einen modernen Kontext zu stellen.
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Wir sind eine Seele in zwei Körpern
Der Beitrag enthält den Text und die musikalische Notation eines Liedes oder Gesangs mit dem Titel „Der Spruch“.
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Auf den ersten Seiten sind Musikakkorde und Strophenzeilen notiert, die sich mit täglichen Reflexionen, Identität und Gemeinschaft beschäftigen. Beispielsweise beginnt der Text mit dem motivierenden Bild, jeden Morgen aufzustehen, in den Spiegel zu schauen und sich zu fragen, wer man ist und wie sich „du“ und „wir“ zueinander verhalten.
Der weitere Text besteht aus mehreren Strophen mit Melodieangaben, die vermutlich Teil eines kreativen Beitrags zu einem musischen oder sprachlichen Projekt sind – inklusive einem griechisch-sprachigen Abschnitt am Ende (vermutlich ein antiker Vers oder eine lyrische Bezugnahme). Insgesamt verbindet der Beitrag poetische Texte mit musikalischer Umsetzung, was auf ein interdisziplinäres, künstlerisches Vorhaben im Rahmen eines Kultur- oder Sprachprojekts hindeutet.

Georg Ehrmann mit seinem Griechischkurs (Text) & Volker Christ (Musik)
Der Text stammt von Georg Ehrmann und seinem Griechischkurs am Immanuel-Kant-Gymnasium in Pirmasens. Die musikalische Gestaltung übernahm Volker Christ. Gemeinsam präsentieren sie das Projekt „Süßapfel“, das auf einem Vers der Dichterin Sappho basiert: „Οἷον τὸ γλυκύμαλον ἐρεύθεται“. Dabei wird altgriechische Lyrik kreativ mit Musik verbunden.
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Süßapfel
Der Text betont, dass das Erlernen des Altgriechischen den Zugang zu den Grundlagen europäischer Kultur, Wissenschaft und Philosophie eröffnet.
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Man setzt sich mit zeitlosen Fragen nach Gut und Böse, Glück und einem gelingenden Leben auseinander. Besonders die griechischen Tragödien zeigen Konflikte, die bis heute aktuell sind, wie etwa der Gewissenskonflikt in der Antigone.
Altgriechisch ermöglicht es, die Originaltexte zu verstehen, ohne auf unvollkommene Übersetzungen angewiesen zu sein. Auch wenn die Sprache im Berufsleben nicht immer direkt nützlich erscheint, liegt ihr Wert in der persönlichen Bildung und im Interesse an Mythologie, Geschichte und Philosophie. Griechischlernen ist somit mehr als Spracherwerb – es ist eine geistige Bereicherung, die das eigene Weltbild prägen kann.

Angelika Franzki & Saskia Höper
Angelika Franzki und Saskia Höper sind zwei Schülerinnen aus Celle, die gemeinsam Text und Musik für ihren Wettbewerbsbeitrag erstellt haben. Ihr Werk wurde beim Wettbewerb des Projekts Agon Armonias mit einem Sonderpreis ausgezeichnet.
Sonderpreis
Die Irrfahrten des Odysseus
Ihr Beitrag behandelt die Irrfahrten des Odysseus aus der griechischen Mythologie und verbindet altgriechische Literatur mit Musik. Das Werk soll zeigen, wie die altgriechische Sprache und klassische Geschichten auch heute noch kulturell und künstlerisch wichtig sein können und zum Lernen des Altgriechischen motivieren.